Ich habe angefangen, meine Nächte zu bewerten.
Nicht die Dates – nicht das Essen, die Drinks, die halbherzigen Gespräche. Ich habe meine eigenen Momente bewertet, die Art, für die ich niemand anderen brauchte.
Es fing aus einer Laune heraus an. An einem ruhigen Abend, eingekuschelt unter meiner weichsten Decke, ein Glas Rotwein auf dem Nachttisch und eine Kerze, die daneben flackerte, griff ich zu mir selbst. Der Moment war langsam, unaufgeregt. Ein leises Video lief auf meinem Bildschirm – nicht laut, nicht plump, aber anregend genug, um meine Fantasie in Gang zu setzen.
Als es vorbei war, lehnte ich mich zurück, atmete aus … und dachte: Das war eine Sieben.
Also öffnete ich eine neue Notiz auf meinem Handy und tippte:
Eintrag #1: Ruhige Stimmung, ein halbes Glas Wein, Kerzenlicht, ein sanftes Video – 7/10.
Das war vor Monaten. Inzwischen habe ich Dutzende Einträge. Jeder mit Details:
Der Duft im Zimmer.
Die Art der Berührung – langsam, schnell, kreisend, neckend.
Die Videos, die liefen – manche romantisch, andere gewagter.
Ob ich Wein hatte, grünen Tee, oder nichts.
Welche Tageszeit.
Was ich anhatte – oder nicht.
Die beste Note bisher? Eine solide 8,5. In dieser Nacht trug ich Seide. Auf dem Bildschirm lief ein Schwarz-Weiß-Film, langsam und intensiv. Ich hatte ein neues Kräuteröl ausprobiert und meine Gedanken frei schweifen lassen, ungebunden. Mein Atem ging am Ende flach, meine Oberschenkel zitterten, mein Herz raste, als wäre ich einen Marathon gerannt, ohne je das Bett zu verlassen.
Es geht nicht nur um Empfindung – es ist Wissenschaft. Erkundung. Ein privates Experiment im Vergnügen.
Irgendwann schreibe ich vielleicht eine Abhandlung darüber. Oder ich sammle einfach weiter Daten. So oder so – ich habe mich noch nie besser gekannt.

